17. Die Mautstelle in Butanda

// 19. Dezember 2017 // Allgemein

Taximen in Buyinga

Nach der Schlacht von Mukondo sind die Mazembe in ihr Heiligtum in Beme zurückgekehrt. Dabei zerstörten sie die Schranken der Mautstelle in Vutumbe, am Eingang, bzw. Ausgang der Stadt Buyinga. Ebenso in Kivugha und Musingiri. Die Angestellten an den Barrieren hatten noch die Zeit zu flüchten, bevor die Kämpfer kamen. Sicherheitshalber sind die Beamten der TRANSCO1 von Buyinga an diesem Tag nicht zur Sperre arbeiten gegangen. Nur die Beamten in Butanda sind auf ihrem Posten geblieben, denn einerseits war das sehr weit entfernt von den Kämpfen, andererseits vermuteten sie, dass die Mazembe nicht die Bevölkerung malträtieren. Das wurde ihnen zum Verhängnis.

Da an diesem Tag die Menschen, die vor dem Krieg flohen, in großer Zahl ankamen, hatten die Beamten der TRANSCO viele Einnahmen. Und da die Mazembe sich in der Kleidung nicht von den Einwohnern unterschieden, konnten sie die Beamten an der Schranke überraschen.

Die Mautstellen lassen jeden Radfahrer 500FC und jeden Motorradfahrer 1000FC bezahlen. Mit diesen Zahlungen werden die Straßenarbeiter bezahlt. Leider reicht das Geld aber nicht, um genügend Arbeiter zu bezahlen.

Deshalb haben die Maimai die Initiative ergriffen und etliche Schlammlöcher auf der Straße repariert. Da ihre Aufrufe zwingend waren, waren die Arbeiten auch sehr effektiv.

Muzée(leitender Offizier), der sich an die Beamten der TRANSCO wendet: Warum versucht ihr die Bevölkerung zu bedrängen? Es ist die Bevölkerung selbst, also wir, die wir die Straßenausbesserung organisiert haben. Was ist eure Rolle im Gewinn unseres Landes? Darüber hinaus gebt ihr keine Quittungen raus für das, was ihr bekommen habt.

Der Leiter der TRANSCO: Wir verlangen von den Transporteuren die Steuern für den Gewinn des Staates. Nimm das als Trinkgeld.

Der Muzée nimmt die 5000 FC und lächelt.

Muzée: Also bin ich der Staat. Ist das gut? Nun, lasst die Leute nicht mehr als 100 FC bezahlen und maximal 200 FC für die Spezialfälle.

Die Truppe, bewaffnet mit Schlagstöcken, setzt ihre Patrouille nach Süden fort. Als sie ein zweites Mal an dem Schlagbaum vorbei kamen, bemerkten sie, dass die Beamten gerade 1000FC von einem Motorrad­fahrer kassierten.

Der Muzée wandte sich an die Beamten: Nun seid ihr verhaftet. Warum fahrt ihr damit fort, die Fahrer zu bedrängen, wo der Staat nichts für sie tut?

Der Muzée befahl seinen Milizen: Bindet alle drei und lasst uns auf unseren Berg zurückkehren.

Einer der Beamten, der neu an diese Stelle versetzt wurde und von den Fahrern noch nicht gekannt wurde:

Ich bin kein Beamter. Ihr müsst mir glauben. Bitte verhaftet mich nicht.


Der Muzée fragte die Motorradfahrer, die kamen, um das Trinkgeld zu bezahlen:

Ist das wahr?

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Die Motorradfahrer antworteten: Wir haben ihn hier noch nie gesehen.

Muzée: Lasst ihn frei. Auf geht’s mit den andern beiden, den Gefangenen. Aber vorher durchsucht sie und nehmt ihnen alles ab, was sie gestohlen haben. Gebt dem Fahrer die 1000FC zurück. Vor allem anderen sind wir Befreier.

Sie gingen mit den beiden Gefan­ge­nen weg. Man hat gehört, dass die beiden sehr schlimm geschlagen wurden. Man verlangte von ihnen ein Lösegeld von 5000$, das nicht gefunden werden konnte. Später wurde das Lösegeld auf ein neues Motorrad pro Beamten gesenkt. Schließlich ist einer der Beamten an seinen Verletzungen gestorben. Der Überlebende wurde frei gelassen und kam irgendwo in intensivmedizinische Behandlung.

Ja, wir leben hier in Unsicherheit. Auch ich bin öfters als Agentin des Staates verdächtigt worden, Doch ich habe inzwischen eine Bescheinigung von Papa Schulze, dass ich für eine NGO, das Projekt Tandandale tätig bin.

Noch mehr aber vertraue ich darauf, dass mich mein Herr Jesus beschützt. Und ich mache mich davon, wenn es irgendwo gefährlich wird.

1 Die TRANSport COngolais verwaltet die Straßen und Mautstellen.

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