20. Mulango wa Zone

// 23. Dezember 2017 // Allgemein

Der Vater Romains,mit Namen Valerie Mulango wa Zone (übersetzt: Tür des Bezirks), ist verstorben.

Er hatte eine große Bedeutung bei den Wambuti und deshalb gab es eine große Trauerfeier.

Er war ein alter Mann, mindestens 80 Jahre alt. Er war Chef aller Pygmäen von Tandandale.

Ursprünglich kam er aus Isigo bei Mambowa (Manguerijipa). Als er in Tandandale ankam, traf er einen Mann mit Namen Pilipili (Pfeffer). Dieser gab ihm einen Hügel, auf dem er mit seiner Familie wohnen könnte.

Während seines Lebens praktizierte er die traditionelle Medizin, er war ein Experte in seiner Domäne. Dazu zog er herum und kam an verschiedene Orte : Butembo, Beni, Mambowa, Kyavinyonge und andere.

Er litt unter einer Myalgie, einem Muskelschmerz in den äußeren Gliedern. Dazu kamen Malaria-Symptome und hoher Blutdruck.

Während des Krieges verschlimmerte sich seine Krankheit. Unsere Krankenschwester Mayani war wegen des Krieges geflohen. So versorgte man den Kranken in Katanga. Nach zwei Tagen, als es ihm etwas besser ging, wurde er nach Mayeba verlegt. Dort hat man ihn nach 7 Tagen entlassen. Er zog zu seinem ältesten Sohn Kiripi im Wald von Mayeba.

Drei Wochen später ging es ihm besser. Er sagte seinen Kindern, dass er bald nach Senga heimkehren wolle.

Eines Morgens aber erbrach er Blut. Man setzte ihn schnell auf ein Motorrad und fuhr ihn nach Tandandale. Er kam dort völlig erschöpft an und 30 Minuten später verschied er.

Die Trauer im Dorf war groß. Ich kam gerade an, weil ich den Trauerzug des Mädchens Vumi Mauo begleitete, die ebenfalls gestorben war. Nun kamen beide Trauerfälle zusammen. Stundenlang weinten wir. Ich selbst musst so sehr weinen, dass ich am Ende starke Kopfschmerzen hatte und eine Paracetamol nehmen musste. Etliche Pygmäen lagen vor Trauer auf dem Boden und konnten nicht mehr aufstehen.

Die beiden wurden schließlich auf ihrem Friedhof in Senga beigesetzt.

Anders als bei ihren Vorfahren, haben sie ihn an einem bekannten Platz bestattet, etwas abgelegen vom Dorf. Sie haben ihr Dorf auch nicht verlassen, um woanders hinzuziehen, wie es ihre Vorfahren taten. Aber dank des Glaubens an Jesus Christus haben sie keine Angst mehr vor den Geistern der Verstorbenen. Der Glaube hat ihr Leben verändert.

Vor Trauer liegen die Urenkel auf dem Boden

So ist das Leben hier. Der Tod eines Menschen ist schmerzhaft, aber er gehört zum Leben dazu. Unsere Vorfahren hatten große Angst. Einerseits vor den Geistern der Ahnen, andererseits aber auch davor, selbst so ein Geist zu werden und seine Kinder zu quälen. Aber Jesus ist in die Welt gekommen. Durch den Glauben an Jesus haben wir, Bantu und Pygmäen, die Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott, unserem Vater.

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