23. Geburt eines Kindes auf der Flucht

// 23. Dezember 2018 // Allgemein

nahe gelegenen Feld. Butaona ließ sie Schwangere sich in der Mitte des Raumes hinlegen. Die Gebärende saß auf dem Schoß der einen Frau und die Assistentin saß rittlings hinter der Frau und umSengi ist eine Stunde vom Markt in Mukondo entfernt. Am Tag, als Mukondo angegriffen wurde, war Vumilia, die Frau des Pygmäen Pandasi, nahe am Tag der Entbindung.

Versammlung in Senga



Sehr früh am Morgen hörte man eine lange Serie von Schüssen in der Peripherie von Mukondo Richtung Mambena (Südwest). Der alte Mulango wa Zone war der Erste, der die Schüsse gehört hatte.

Schnell haben sich die Menschen in seiner Seite gesammelt, um zu hören. Die Frauen sind nicht so schnell gekommen, weil sich der Alte in der Baraza1 befand. Hier versammeln sich normalerweise die Männer, die Frauen gehen woanders hin. Einige Augen­blicke später, sind die Frauen auch herbeigeeilt, wegen der beson­deren Situation. Vumilia, die Frau von Pandasi, in den letzten Tagen ihrer Schwangerschaft, war auch herbei geeilt, denn wer konnte da wide­rstehen? Ihre Schwägerin bereitete gerade den Frühstücksbrei vor, aber ein Wasser, das schon kochte, wurde auf die Erde geschüttet, um die Flucht nicht aufzuhalten.

Alle Leute in der Gegend waren sich sicher, dass eines Tages die Maimai Mazembe nach Mukondo kommen würden, um sich an den Nduma zu rächen. Denn diese hatten sie ja vor einiger Zeit in Kasiyiro angegriffen.

Einige Zeit darauf zog eine lange Schlange von Leuten an dem Dorf vorbei, die aus Mukondo in Richtung Buyinga flohen. Sie trugen Bündel von verschiedener Größe, Kinder wie Erwachsene, soviel wie sie tragen konnten

Einige trugen auch Hühner, Enten oder zogen Ziegen und sogar ein Schwein hinter sich her. Alle versuchten, so schnell wie möglich zu gehen, denn die Nduma hatten erklärt, dass sie die Angreifer ohne Probleme zurück schlagen könnten. Sie würden sie bis Kasiyiro jagen, um ihre Stellungen einzunehmen und sie endgültig aus der Gegend vertreiben. Die Leute schienen die Mazembe zu bevorzugen, die großzügiger waren und nur aus Gründen der Korrektur tatsächliche Vergehen bestraften.

Der alte Mulango befahl seinen Kindern, ohne Verzug den Weg in ihr Versteck zu nehmen. Das ganze Dorf Senga machte sich auf den Weg. Alle verschwanden schnell im Wald in Richtung auf ihr geheimes Dorf, wo sie sich am Ufer des Flusses Biena treffen würden, flussabwärts in Richtung Norden.

Mit dem Floß über den Biena


 

Dort befand sich ein behelfsmäßiges Floß, dass die Männer vor einiger Zeit gebaut hatten, denn sie hatten die Notwendigkeit einer Flucht voraus gesehen. Da der Fluss an dem Tag Hochwasser führte und alle unter Schock standen, befahl der alte Mulango, dass keiner den Fluss schwimmend überqueren sollte.

Die Überfahrt dauerte einige Zeit, denn das Floß war nicht sehr gut. Aber das war nicht schlimm, denn die Flüchtlinge

Frauen warten – im Kampinya

konnte vom Weg aus nicht mehr gesehen werden. Nach der Überfahrt gingen die Pygmäen in ihr Versteck im Indianermarsch, weil der schmale Weg im Wald nur das ermöglichte. Bei ihrer Ankunft gab es nicht viel zu tun, weil die Hütten, die sie bei der letzten Flucht genutzt hatten, noch in gutem Zustand waren. Man musste nur hier und dort Löcher stopfen. Alle machten sich direkt daran, den Brei zu kochen, denn die Schüsse fingen direkt beim Frühstück an.

Nach dem Essen bildeten sich Gruppen, die heftig diskutierten: Über die Kämpfe und über den voraussichtlichen Fortgang des Geschehens.

Nach einiger Zeit machten sich die meisten Pygmäen daran, ihren täglichen Beschäftigungen nachzugehen. Fische im Biena zu fangen, Flusskrebse in den Bächen zu suchen und Pilze im Wald. Es gab keine Möglichkeit auf den Feldern der Bantu zu arbeiten.

Die Nacht war einigermaßen ruhig. Man hörte nur die Schreie der Vögel, der Glücksbringer­vögel. Keine Eule schrie, was erstaunlich war.

Dabei war der Wald voll von ihnen. Bedeutete das, dass der Krieg nicht mehr weitergehen würde? Der Tag wird sicher den Bewohnern des „Kambinzo“ Gutes bringen.

Am nächsten Morgen, nach einer Nacht ohne besondere Vorkommnisse, begannen die Wehen bei Vumilia und sie kamen immer schneller.

Die Hebamme Butaona ging in den Raum der Gebärenden mit ihrer Hilfe Kisuba, der Frau von Pakia, die ältere Schwester des Ehemannes der Gebärenden. Pandasi, der Mann von Vumilia, ging um Bananenblätter zu schneiden in einem nahe gelegenen Feld. Butaona ließ sie Schwangere sich in der Mitte des Raumes hinlegen. Die Gebärende saß auf dem Schoß der einen Frau und die Assistentin saß rittlings hinter der Frau und umSengi ist eine Stunde vom Markt in Mukondo entfernt. Am Tag, als Mukondo angegriffen wurde, war Vumilia, die Frau des Pygmäen Pandasi, nahe am Tag der Entbindung.

Die Frauen kochen

armte sie, gerade unter ihren Brüsten.armte sie, gerade unter ihren Brüsten.

Die Hebamme Butaone setzte sich vor Vumilia, um die Entbindung zu leiten. Sie machte nicht viel Gesten, denn der Kopf des Kindes war bereits zu sehen. Sie brauchte nur die Zeichen der Geburt überwachen.

Nachdem die Fruchtblase geplatzt war, befahl Butaone ihrer Assistentin, den Leib von Vumilia zu pressen. Die Entbindende sollte tief atmen und dann das Baby auspressen mit aller Kraft. Die Assistentin soll dem gleichen Rhythmus folgen, so dass das Pressen von Vumilia mit dem Pressen der Assistentin Kisuba übereinstimmt.

Der Kopf des Kindes erschien glücklicherweise ohne große Verzögerung und das Kind folgte danach. So schnell, dass das Bad aus Blättern, die die Wehen verstärkten, nicht nötig war.

Mit den Händen, die sie vorher sorgfältig gewaschen hatte, ohne Seife, betonte sie, führte sie den jungen Körper beim Austritt.

Die Männer essen in der Baraza

Nach der Entbindung stieß das Kind einen Schrei aus, der von den anderen Frauen gehört wurde, die sich vor der Hütte von Pandasi versammelt hatten. Seine Frau hatte ihm sein viertes Kind geboren. Butaone legte es auf das Tuch, dass sie auf die Bananenblätter gelegt hatte, gerade zu dem Zeitpunkt, als das Kind seinen Kopf herausschob.

Butaone hat immer einige Rasier­klingen und eine Rolle Baumwollfaden bei sich. Schnell band sie die Nabelschnur an zwei Stellen ab und schnitt die Nabelschnur dazwischen durch. Sie wickelte das Kind in das Tuch und achtete darauf, dass der Kopf abgedeckt wurde, und die Schreie des Kindes hörten auf. Sie wurden durch den Beifall der Leute vor der Hütte ersetzt. Butaona gab das Kind an Kisuba, um es zu wiegen2. Dann befahl sie den Frauen draußen, etwas Wasser zu bereiten, in das etwas Pflanzensaft kommt, den die Gemeinschaft gut kennt. Aber sie hat nicht preisgegeben, um welche Pflanzen es sich handelt.

Die Mädchen holen Wasser

Die Frauen essen in der Küche

Einige Augenblicke später kam die Plazenta heraus. Sie wusch den Leib von Vumilia, die aufgehört hatte zu keuchen und ließ sie dem Kind die Brust geben. Die anderen Frauen kamen nacheinander in den Raum, um das Kind zu sehen. Die Gebärende blieb den Rest des Tages im Bett. Den nächsten Tag konnten ihr Mann und die Frauen sie betreuen. Der Name des Kindes ist noch nicht bekannt. Man wartet damit auf den Tag, an dem es in der Baraza präsentiert wird. Dort wird seine Großmutter Butaona oder sein Vater Pandasi den Namen bekannt geben. An dem Tag wird Pandasi eine Antilope erlegen, die die Gemeinschaft dann verteilen wird, um die Geburt des Kindes zu feiern.

Ja, die Antilope sieht wie eine Ziege aus.

 

 

1 Wird in Französisch Veranda genannt. Es ist ein Haus, deren Wände nur aus Stangen bestehen. Darüber ein Dach und in der Mitte ein Feuer. Hier versammeln sich die Männer am Abend. Die Frauen sitzen am Kochfeuer. Es ist den Frauen nicht verboten, zur Baraza zu kommen, aber die Gesprächsthemen sind andere. Interessanterweise kann man auf unseren Deutschen Geburtstagsfeiern ähnliches beobachten. Die Männer sitzen in einer Ecke und sprechen über Fußball, die Frauen woanders und besprechen irgend­etwas uninteressantes.

Anm.d.Korrektorin: Das ist nicht unin­teressant, Fussball ist uninteressant!!

2 Schaukeln, nicht das Gewicht messen!

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