Forschung in Butembo – Entwicklung einer Filterkeramik

// 3. April 2019 // Allgemein

Viele Menschen finden ihr Wasser in zweifelhaften Quellen oder trinken Flusswasser. Filter sind teuer und kaum zu bekommen. Kann man aus dem lokalen Lehm eine wasserdurchlässige Keramik herstellen, die als Filter dienen kann?

Ein Krankenpfleger aus Butembo startete ein Forschungsprojekt. Doch dann schlug Ebola zu…

Mwira, Krankenpfleger in Katwa und Julienne, Projektleiterin von Projet Tandandale DRC suchen eine Lösung für die immer häufiger auftretenden Durchfallerkrankungen im Dorf Tandandale, deren Bevölkerung Flusswasser trinkt.

Eine Lösung für Tandandale und auch für viele andere Gegenden wären Filter, die zumindest die Belastung reduzieren würden.

Mit einem kleinen Zuschuss aus Entwicklungshilfemitteln dank Engagement global startete Mwira eine Versuchsreihe. Gesucht wird eine Methode, wasserdurchlässigen Ton herzustellen, der einerseits genug Wasser passieren lässt, andererseits aber auch eine Filterwirkung erzielt.

Unterstützung bekam er dabei von mir, Horst Schulze, über Internet und dem Messenger Threema.

Nach der Fahrt zu den Tongruben

Mwira fährt zu den Tongruben von Magheria. Dort gibt es brauchbaren Ton aus dem Tongefäße hergestellt werden.

Der Ton aus Magheria

Der Ton wird gereinigt und  mit Zuschlägen gemischt, um die Keramik porös zu machen. Welche Zuschläge sich am Besten eignen und in welcher Zusammensetzung muss erforscht werden.

Reinigen des Tons, Aufschlämmen, Sieben, Sedimentieren, Dekantieren

Die ersten Platten wurden in einer Holzform gepresst. Eine Pressmaschine wird das später übernehmen.

Die ersten Rohlinge der Versuchs-Filterplatten

Brennen auf einem Holzkohleofen

Gebrannt wurden die ersten Platten auf einem Holzkohleofen. Nicht sehr effizient, doch für den Anfang ausreichend. Später soll der Brennprozess optimiert werden.

Schema des Versuchsfilters und Ausführung. Das für unten vorgesehene Rohr ist durch eine Holzplatte mit Loch ersetzt.

Mwira mit dem Filter

In einem Versuchsfilter wird getestet, wie gut der Filter Wasser passieren lässt.

Der Fluss. Badeanstalt, Waschplatz und Trinkwasserreservoir.

Idyllisch scheint hier das Leben der Wambuti-Pygmäen zu sein. Aber der Oberlauf des Flusses ist mehr und mehr besiedelt und der Fluss daher immer mehr kontaminiert. Durchfallerkrankungen häufen sich.

Das Ergebnis:

Dank der Hilfe von Engagement Global konnten wir herausfinden, dass die Herstellung einer Filterkeramik möglich ist. Mwira hat sich sehr für das Projekt eingesetzt. Aber die Ebola hat auch ihm Schwierigkeiten gemacht. Als Krankenpfleger bekam er eine Fortbildung in Ebola-Behandlung. Doch das bedeutete für ihn auch öfter Überstunden oder sogar Doppelschichten.

Jeden Tag starben und sterben 2-3 Personen an Ebola, aber fast genau so viele werden auch wieder gesund. Doch die Arbeit ist hart. Isolieranzüge sind in der Mittagshitze nicht unbedingt die angenehmste Art Sauna zu erleben.

Die Forschungsarbeiten mussten zurückgefahren werden und so fehlen noch einige Details. Die Effektivität der verschiedenen Mischungen wurde noch nicht abschließend getestet, die Brennmethode noch nicht optimiert und auch Langzeittests stehen noch aus.

Danach kommt die Entwicklung des Filtersystems auf der Basis dieser Keramik.

Doch ein wichtiges Etappenziel wurde erreicht: Ein Prototyp einer funktionierenden Filterkeramik.

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