Krieg zum Advent

// 26. November 2019 // Allgemein

In Beni und Butembo ist es den Menschen zu viel geworden. Schon lange beschwerten sie sich darüber, dass immer wieder ganze Dörfer ausgerottet werden. Jetzt ist es zu Kämpfen gekommen. Man hat die Lager der Monusco angegriffen und teilweise in Brand gesteckt.
Die Monusco ist die UN Truppe, die ein robustes Mandat hat, und auch kämpfen darf. Aber gegen wen? Unruhe_Beni2019.mp4

Brennendes Auto in Butembo

Zuletzt wurde sie finanziell ausgetrocknet, vor allen Dingen weil die USA ihren Beitrag dazu eingestellt hat.
Sie hatte nichts gegen die Mordserien in diesem Gebiet machen können. Schon seit langer Zeit werden nördlich von Oicha Dörfer oder Ansiedlungen überfallen und alle Menschen dort umgebracht. Inzwischen ist es weitgehend entvölkert. Das bezeichnet man landläufig als Genozid.
Es gibt keine Beweise, wer das macht, aber viele vermuten, dass es muslimische Rebellen aus Uganda sind, die hier Platz schaffen wollen für ihre Leute.
Eine andere Vermutung ist, dass es Kräfte aus Ruanda sind, da gleichzeitig viele Menschen aus Ruanda sich in der Gegend angesiedelt haben sollen. Aber da es keine Regierung und keine Ordnungsmächte gibt, kann jeder machen was er will. Auch die MONUSCO konnte nicht helfen.
Zuerst gab es nur Demonstrationen gegen diesen Genozid, dann richtete sich der Ärger gegen die Monusco. In wie weit aber auch Rebellen dort involviert sind, weiß man nicht. Sie werden gerne für alles verantwortlich gemacht.

Polizisten ‚verhaften‘ eine Ziege. Sie wird später zum Tod im Kochtopf verurteilt.

In Beni wurde das Gebäude des Bürgermeisters und die Kaserne der MONUSCO in Brand gesetzt.
Heute Morgen gab es in Butembo Schießereien. Uleda und Julienne versteckten sich in ihren Betten. Ein junger Mann wurde erschossen, als er Telefoneinheiten kaufen wollte.

Die Polizei setzte sich schließlich durch und plünderte bei der Bevölkerung. Außerdem wurden etliche junge Leute verhaftet, die man für Maimai hielt. Sie werden natürlich nicht gefoltert, nur geschlagen, eingesperrt, abgesondert, bedroht….

Protest in Kisangani

Auch in anderen Städten solidarisieren sich die Menschen. Z.B.in Kisangani. Auch dort leben Viele, die Angehörige in der Gegend von Beni haben oder verloren hatten.

 

Ich bedanke mich bei den Congolesen, die uns diese Fotos zur Verfügung gestellt haben.

Eine Antwort hinterlassen